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Ernährung, Knowledge

Gesund und lokal: Superfood von hier statt von dort

Als «Superfood» werden Lebensmittel mit einem besonders hohen Anteil an physiologisch wertvollen Inhaltsstoffen bezeichnet, die dich von innen fit, gesund und schön machen sollen. Und davon gibt es eine Menge. Doch ist beim Einkauf Vorsicht geboten. Zwar stecken Avocado, Açai-​Beeren und Co. tatsächlich voller wertvoller Nähr- und Vitalstoffe. Aber: die exotischen Früchte, Nüsse und Samen aus Übersee sind nicht nur teuer, sondern werden oft mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, unreif geerntet, für den Transport aufbereitet und haben, wenn sie endlich an ihr Ziel gelangen, lange Reisewege hinter sich. Darunter leiden Inhaltsstoffe und Umwelt. Auf der Suche nach ökologischen und umso gesünderen Alternativen lohnt sich deshalb ein Blick in heimische Gärten und Beete. Nachfolgend eine Auswahl an gesunden und lokalen «Superfoods».

Raus aus Omas Suppentopf – Grünkohl

Auch wenn Grünkohl an lange Nachmittage in Omas Küche erinnern mag, hat das grüne Blattgemüse viel zu bieten und verdient einen Ehrenplatz auf jedem ausgewogenen Speiseplan. Bereits 100 Gramm decken den Tagesbedarf an Vitamin A und C. Der Kreuzblütler ist zudem reich an Vitamin K, das für gesunde Knochen und eine funktionierende Blutgerinnung sorgt und schützt – mit etwas Fett zubereitet – deine Körperzellen mit einer ordentlichen Dosis Vitamin E. Er enthält Ballaststoffe, die die Darmflora pflegen, Eisen, das die Blutbildung ankurbelt und Kalium und Magnesium für eine starke Muskulatur. Zudem steckt Grünkohl voller antioxidativer Pflanzenstoffe. Aufgrund seines hohen Eiweissgehaltes von 4 Gramm pro 100 Gramm Kohl eignet er sich darüber hinaus wunderbar als Ersatz für tierische Proteine. Das Spektrum möglicher Zubereitungsarten reicht von roh, über gekocht, bis hin zum Smoothie. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Oranges Multitalent – Sanddorn

Er ist die Vitamin-​C-​Bombe schlechthin, schon wenige Centiliter Smoothie oder selbstgepresster Saft decken deinen Tagesbedarf an diesem wichtigen Stoff vollständig. Damit pusht die kleine leuchtende Beere deine Immunabwehr stärker als so manche Zitrusfrucht. Und sie kann noch mehr: Sanddorn enthält ebenfalls hohe Konzentrationen an Vitamin E, Vitamin B12, Eisen, Kalzium und Magnesium. Damit all diese Stoffe unbeschadet in deinen Körper gelangen, ohne vorher verloren zu gehen, verarbeitest du die tiefgefrorenen Früchte am besten zu einem leckeren Smoothie oder einem selbstgepressten Saft.

Orangene Vitaminbombe: Ein selbstgepresster Saft aus Sanddorn-​Beeren reicht bereits, um den kompletten Tagesbedarf an Vitamin C zu decken.

Powerball vom Strauch – Blaubeeren

Gerade ist sie in aller Munde und ist auf Instagram unter #blueberry über fünf Millionen Mal fotografisch in Szene gesetzt: die Blaubeere. Zwar stammt sie ursprünglich aus Nordamerika, gezüchtet wird sie jedoch schon seit langem auch hierzulande. In den letzten zehn Jahren hat ihr Anbau in der Schweiz sprungartig zugenommen. Und die Beere liegt zu Recht im Trend: ihre namensgebende blaue Farbe hat sie sogenannten Anthocyanidinen zu verdanken. Das sind Pflanzenstoffe, die äußerst effektiv freie Radikale neutralisieren. Bekannt und beliebt ist sie zudem für ihre cholesterinsenkende, schmerzlindernde, entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung. Damit ist sie nicht nur eine gute Alternative zur brasilianischen Açaibeere – da Letztere oft mit Mineralölrückständen belastet
ist, ist sie sogar noch gesünder.

Klein aber oho – Leinsamen

Auf der Suche nach einem gesunden Topping für die tägliche Frühstücksbowl stösst man zur Zeit schnell auf die ursprünglich aus Mexiko stammenden Chiasamen. Allerdings gibt es eine naheliegende Alternative. In Bezug auf lebenswichtige Omega-​3-​Fettsäuren, verdauungsfördernde Ballaststoffe, Vitamine und Proteine können Leinsamen dem Trendfood aus Übersee locker das Wasser reichen. Da die enthaltenen Ballaststoffe im Darm aufquellen und so ein Sättigungsgefühl verursachen, eignen sie sich zudem wunderbar als Unterstützung bei einer Diät. Beim Einkauf sollte aber unbedingt auf die Herkunft der kleinen Wundersamen geachtet werden, denn allzu oft werden die an sich heimischen Saatkörner aus China importiert. Auf Nummer sicher geht natürlich, wer den schönen Lein und andere regionale Superfoods gleich selbst im eigenen Garten anbaut.