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Beauty, Knowledge

Wenn das Kinn die Flucht ergreift

Zeigt der Blick in den Spiegel nicht das gewünschte Erscheinungsbild, kann das eine kleine aber feine Ursache haben. Denn entscheidend für die Harmonie der eigenen Gesichtszüge sind nicht nur Nase, Augen oder Mund – geprägt wird unser Aussehen massgeblich durch eine wenig prominente Partie: das Kinn. Unsere untere Gesichtshälfte kommt in den unterschiedlichsten Ausprägungen daher: rund, markant, vorstehend … und nicht zuletzt: fliehend. Von einem Kinn, das die Flucht ergreift, sprechen wir dann, wenn es sowohl wenig ausgeprägt ist, als auch eine starke Rücklage aufweist. Es liegt also hinter der imaginären Linie, die idealerweise vom vordersten Punkt der Stirne gerade hinunter zum Kinn verläuft. Für seine Trägerin hat ein solches Kinn den Nachteil, dass die Konturen undefiniert erscheinen, die Nase betont wird und der Mund vorgelagert wirkt. Grund dafür ist meist die genetisch bedingte anatomische Anordnung der Gesichtspartien, bei welcher entweder der Unterkiefer leicht nach hinten verschoben ist oder ein Überbiss besteht. Ein fliehendes Kinn kann jedoch auch eine Alterserscheinung sein, ausgelöst durch einen schleichenden Abbau von Knochen und Gewebe.

Betrachte dein Kinn einmal ganz neu

Wem Lady Gaga, die wohl bekannteste Trägerin eines fliehenden Kinns, als Referenz nicht ausreicht, um mit seinem naturgegebenen Konturen im Reinen zu sein, dem seien zunächst einige einfache Handgriffe ans Herz gelegt, um ein fliehendes Kinn zu kaschieren. Am einfachsten lässt sich die Kinnpartie optisch mittels der Allroundwaffe jeder Beautyexpertin betonen: dem Contouring. Dabei reicht es schon, etwas Highlighter auf die Kinnmitte aufzutragen und für den Bereich unterhalb des Kinns einen Puder zu verwenden, der um ein bis zwei Nuancen dunkler ist als der eigene Hautton. Das restliche Gesicht wird mit der gewohnten Foundation geschminkt. Diese Technik verleiht dem Kinn Tiefe und Definition. Wer ungern Make-​Up trägt, kann auf die gegenteilige Taktik setzen: Ablenkung statt Betonung. Ein Haarschnitt ist zwar eine dauerhaftere Veränderung, kann aber durchaus vorteilhaft wirken und verflüchtigt sich nicht bei der abendlichen Gesichtsreinigung oder beim Duschen. Am besten geeignet ist eine Bobfrisur, die ca. 2.5 bis 3.5 Zentimeter unter dem Kinn endet. So entsteht ein schmeichelhafter Schatten unter der Kinnlinie, der Hals wirkt länger und schlanker. Ein asymmetrischer Pony lenkt die Aufmerksamkeit zusätzlich weg vom Kinn.

Nachhaltige Veränderung ist möglich

Ein fliehendes Kinn hat aber nicht nur kosmetische Auswirkungen, sondern kann bei starker Ausprägung auch gesundheitliche Folgen haben. Ist der Unterkiefer zu klein und nicht genügend nach vorne gewachsen, liegt die Zunge, welche naturgemäss mit dem Unterkiefer verbunden ist, zu weit hinten. Schläft man auf dem Rücken, kann sie deshalb die Atemwege blockieren und es kommt zu Atemaussetzern, sogenannter Schlafapnoe. Ist das der Fall, kann ein medizinischer Eingriff helfen. Wer zwar nicht gesundheitlich unter seiner Kinnform leidet, aber dennoch eine Veränderung vornehmen möchte, kann auf Hyaluron-​Injektionen zurückgreifen. Ähnlich wie die neue Frisur wieder rauswächst, wird auch der körpereigene Stoff nach einer gewissen Zeit auf natürliche Weise abgebaut – deiner Experimentierfreudigkeit sind also keine Grenzen gesetzt. Und das ist auch gut so, schliesslich zählt Ende nur eins: Dass du mit dir und deiner unteren Gesichtshälfte im Einklang bist.